Mittwoch, 21. Februar 2024

100m² alte Planen- und Fahnenstoffe ergeben eine bunte Taschenkollektion

So schön kann eine Upcycling-Kollektion sein
Hier war den Entscheidungsträgern des Marketings vor allem wichtig, dass das Corporate Design stimmig rüberkommt. Auch nicht zu vergessen, dass eine gute sowie breit gefächerte Auswahl an Taschen und Täschchen aus dem Altmaterial hergestellt wurde. Denn was nützen die tollsten Taschenprodukte, wenn diese eine zu spezielle Zielgruppe ansprechen?

Bei dieser Kollektion gibt es von der Bauchtasche, über die sehr leichte Einkaufstasche aus Fahnenstoff für die Handtasche, über die extrem belastbare Shoppingtasche, bis hin zur Kosmetiktasche für den Strand, alles das, was die Kunden der Stadtwerke Norderstedt wirklich gut gebrauchen können. Und alles ist von Hand in einer kleinen Manufaktur, die von Frauen geleitet wird, und auch nur Frauen beschäftigt werden, hergestellt. Nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen für alle Firmeninhaber empfehlenswert, auch aus Marketingzwecken eine mehr als gute Idee. Denn die Geschichte des Produktes steht an jeder Tasche als Informationskarte für den Kunden zur Verfügung. Ich bin sehr froh darüber, dass ich erneut eine renommierte Firma davon überzeugen konnte, dass Wegwerfen das letzte Mittel der Nachhaltigkeit sein sollte. 

Montag, 22. Januar 2024

Unser Geschäftsjahr 2023 im Rückblick - Einzelhandel und unsere Upcycling-Produkte

Unsere Upcycling-Rucksäcke aus Kaffeesack 
Hallo liebe Einzelhändler, Interessierte und Upcycling-Freunde,

jedes Jahr beginne ich mit einem Rückblick, so auch dieses. Kommen wir also gleich zur Sache! Das Jahr 2023 begann vielversprechend: Auf den Messen waren wir alle voller Vorfreude auf das Frühjahr. Es wurde viel verkauft, auch in der Hoffnung, dass die Auswirkungen der letzten beiden Jahre und der Ukraine-Krieg endlich weniger spürbar sein würden. Leider kam es anders.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie setzten sich auch 2023 fort. Lockdowns, vor allem in und um China, dazu Einschränkungen und Unsicherheiten, all dies beeinflusste weiterhin die Wirtschaft. Unsere Lieferketten waren wieder stark beeinträchtigt, was zu Verzögerungen auch bei unseren Lieferungen führte. Der Zoll konnte die eingelagerten Produkte allein kaum noch bewältigen, es gab hohe Krankenstände und kaum Arbeitskräfte.

Und es gab einen spürbaren Inflationsdruck, der die Kaufkraft der Verbraucher und die Kosten für uns Unternehmer stark beeinflusste. Die Energiepreise stiegen dramatisch an, was sich auch auf unser aller Betriebskosten auswirkte. Sprit- und Strompreise versauten mir persönlich oft die gute Laune …
Trotz aller schon während der Corona-Zeit begonnener Bemühungen, Kosten zu sparen, waren diese Maßnahmen nicht ausreichend, die inflationären Mehrausgaben aufzufangen. Unser Steuerberater hatte viel zu tun, die Margen gingen in den "Keller".

Politische Unsicherheiten auf internationaler Ebene, wie Handelskonflikte und geopolitische Spannungen in Folge des weiter andauernden Ukraine-Krieges, all das beeinträchtigte den Abverkauf und verunsicherte letztendlich die Kundschaft. Es wurde in vielen Bereichen drastisch gespart, dazu herrscht bei uns im gesamten Einzelhandel ein enormer Fachkräftemangel. Ich habe bei meinen Besuchen bei Euch unzählige Schilder in den Fenstern gesehen.

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen waren bei uns im Norden der Konkurs einiger von uns belieferter Einzelhändler und weiterer Firmenkunden sowie die Auflösung der Firmenkooperation zwischen BeadBags und mir, nach über sieben Jahren, weitere Enttäuschungen, schwere Dämpfer. Dazu kam, dass ich mir auch noch einen komplizierten Knieschaden im Außendienst zuzog. Und das „nur“ beim Aussteigen aus dem KFZ. Ich blieb zwischen Auto und Rinnstein mit dem Fuß hängen, verdrehte mir das Knie und riss mir dabei vieles kaputt. Wie blöd ist das denn? Fast 3 Monate hatten mich die Krücken an den Schreibtisch gefesselt. Auf meinen Innendienst war aber Verlass. 

Der Sommerverkauf, vor allem in den Geschäften in den Innenstädten, war nahezu null, und viele von Euch Einzelhändlern waren frustriert. Nur in den Urlaubsgebieten waren die Umsätze gut bis sehr gut. Und hier bei mir war die Elbbrücke für zwei Monate komplett gesperrt, man konnte meinen Showroom nur noch zu Fuß erreichen, weil die Bundesstraße auch noch saniert wurde. Enklave Marina Yachthafen. Ich war echt "bedient".

2024 geht´s heiter weiter 
Wir waren in dieser Zeit also dreifach traurig, da uns der Konkurs von Deerberg traf, einem sehr guten Upcycling-Kunden. Dieser Händler, der online und in acht der eigenen stationären Geschäften seine Waren anbot, konnte den enormen Kaufverlust der Verbraucher im Internet in Verbindung mit den steigenden Kosten einfach nicht mehr kompensieren; viele gute Mitarbeiter mussten sich einen neuen Job suchen.

Das Weihnachtsgeschäft konnte das Jahr nachträglich nicht mehr retten, und viele von euch Händlern hatten am Ende weiter überschüssige Lagerbestände. Trotzdem bleibt für mich die Vorfreude auf das junge Jahr 2024, denn wir gehen mit vielen guten Ideen und weiteren neuen Upcycling-Projekten in die Spur. Und, wie sagt der Norddeutsche, wenn etwas nicht änderbar ist? Wat mutt, dat mutt – also muss es weitergehen, was auch sonst?

Somit verbleibe ich mit „Ahoi!“ und „Frisch angepackt!“ und freue mich auf die kommenden Herausforderungen sowie hoffentlich bessere Zeiten!